Von Müttern und anderen Weiblichkeitsentwürfen –Thomas Manns frühe Frauenfiguren im Spannungsverhältnis von Femme fatale und Femme fragile

Autor/innen

Natalia Fuhry
Pädagogische Hochschule Ludwigsburg image/svg+xml

Synopsis

Bei der Betrachtung von Thomas Manns Frühwerk ist festzustellen, dass die Frauenfiguren vielfach eine sekundäre Rolle einnehmen und sich dabei vor allem im Spannungsfeld von zwei im Fin de Siècle zur literarischen Zuspitzung gekommenen Stereotypen bewegen, der Femme fatale und der Femme fragile. Ob Gerda von Rinnlingen (Der kleine Herr Friedemann), Anna Jacoby (Luischen) oder Gabriele Klöterjahn (Tristan), Thomas Manns frühe Frauenfiguren sind durch dementsprechende stereotype Merkmale wie Erotik, Dämonisierung, Idealisierung, Tod und Krankheit gekennzeichnet. Thomas Mann ist damit ein typischer Vertreter seiner Zeit, in der Konzeptionen von Weiblichkeit sowohl auf literarischer als auch auf real-politischer Ebene von Umbrüchen gekennzeichnet waren. So ist die Epoche des Fin de Siècle in Europa von der ersten Frauenbewegung geprägt, in der kämpferische und selbstbewusste Vertreterinnen des weiblichen Geschlechts öffentlich in Erscheinung traten, die das traditionelle Frauenbild entschieden konterkarierten und alte Werte wie die Familienidylle ins Wanken brachten. Inwiefern Querverbindungen zwischen gesellschaftlich-politischen Entwicklungen zur Zeit des Fin-de-Siècle und der Darstellung der Frauenfiguren in Manns frühen Werken zu finden sind, soll in dem folgenden Beitrag untersucht werden. Dabei wird zu zeigen sein, ob Manns Frauenfiguren reine Bestätigungen weiblicher Stereotypisierungen sind oder bereits in den Texten einer Dekonstruktion unterzogen werden.

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Veröffentlicht

September 3, 2026

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Zitationsvorschlag

Fuhry, N. (2026). Von Müttern und anderen Weiblichkeitsentwürfen –Thomas Manns frühe Frauenfiguren im Spannungsverhältnis von Femme fatale und Femme fragile. In G. Lovrić, A. Pavić Pintarić, & M. Jeleč (Hrsg.), 70 Jahre Germanistik in Zadar: Rückblicke, Einblicke, Ausblicke (S. 37-54). Morepress Books. https://doi.org/10.15291/9789533316505.02