
„Wie ein Museumswärter“ - Andreas Vitáseks Kabarett(isten)retrospektiven
Synopsis
Im zeitgenössischen österreichischen Kabarett werden immer wieder ältere Kabarettprogramme erneut aufgeführt. Das Besondere daran ist, dass dies nicht durch die ursprünglichen Interpret:innen geschieht, sondern dass jüngere Künstler:innen beginnen, Kabarettist:innen der Vorgängergenerationen zu spielen. Anhand von zwei Arbeiten des Kabarettisten Andreas Vitásek (*1956) sollen die mit dieser Herangehensweise einhergehenden Nuancen der Figurendarstellungen erörtert werden. Diese geben Hinweise auf eine sich verändernde Kabarettlandschaft. Im Zentrum der Erörterungen steht das im Kabarett besondere Verhältnis von Bühnen- und Privatperson, welches in Vitáseks Programmen auf interessante Weise reflektiert wird. Dies gibt einige Hinweise darauf, wie sehr das Kabarett mit anderen Medien in Kontakt steht bzw. wie sehr es sich in der Abgrenzung von medialer Konkurrenz immer wieder verändert. Beim Betrachten von Vitáseks Arbeiten zeigt sich nämlich, dass das zeitgenössische Kabarett unterschiedliche Praktiken parat hält, die sowohl Theater- als auch Stand-Up-Comedy- Darstellungsformen umfassen. Diese werden von den Künstler:innen gezielt eingesetzt und in der Rezeption auch als solche erkannt.



