
Politik und Propaganda in der modernen ungarndeutschen Literatur bis 1989
Synopsis
Politische Themen finden in der ungarndeutschen Literatur bis 1989 nur selten Eingang. Dies lässt sich vor allem auf die staatliche Kontrolle und Überwachung – auch der ungarndeutschen Publikationen – zurückführen. Nur wenige Texte spiegeln unmittelbar die kommunistische Propaganda wider, etwa ein Lobgedicht auf Lenin oder Erzählungen, die ein Bild von menschlichen und mitfühlenden sowjetischen Soldaten im Zweiten Weltkrieg zeichnen. Da es nicht möglich war, vom ungarischen Staat tabuisierte Themen offen und kritisch zu behandeln, konnte selbst die Vertreibung der Ungarndeutschen in den Jahren 1946–1948 lediglich in vorsichtiger Form, eingebettet in eine kommunismusfreundliche Erzählung, erwähnt werden. Bis in die 1980er Jahre war grundlegende Systemkritik ausschließlich in verdeckter, allegorischer oder symbolischer Form möglich, ohne die kritisierten Verhältnisse ausdrücklich zu benennen.



