
Nachhaltigkeit im Lichte der Wiener Zeitung (1824–1914)
Synopsis
Im Zentrum des folgenden Beitrages steht die diskursive Genese des Begriffs Nachhaltigkeit sowie dessen Verwendung in unterschiedlichen gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Kontexten. Die Studie analysiert die semantische Entwicklung des Begriffs Nachhaltigkeit in der „Wiener Zeitung“ von 1824 bis 1914. Ausgehend von der ersten belegbaren Nennung wird der Begriff in politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Kontexten untersucht. Die Ergebnisse zeigen eine fortschreitende Ausweitung über den ursprünglichen forstwirtschaftlichen Rahmen hinaus. Dabei wurde Nachhaltigkeit je nach Diskursfeld unterschiedlich funktionalisiert. Ziel der Untersuchung ist es, die diskursive Einbettung und semantische Transformation des Konzepts im Verlauf des 19. Jahrhunderts nachzuzeichnen. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, wie sich spezifische Formulierungen und Bedeutungsnuancen im jeweiligen historischen Zusammenhang herausbildeten und wandelten. Die Analyse macht deutlich, in welch vielfältigen Kontexten das Lexem verwendet wurde, und trägt somit zur Rekonstruktion der begrifflichen Entwicklung bei. Diese Untersuchung versteht sich als Beitrag zur historischen Diskursanalyse und zur Mediengeschichte, indem sie den frühen Gebrauch sowie den Bedeutungswandel eines heute zentralen gesellschaftlichen Leitbegriffs aufzeigt.



