
Interlinguale Interferenzen in deutschsprachigen Aufsätzen slowenischer DaF-Lernender – eine korpusbasierte Fehleranalyse
Synopsis
Interferenzen in der Sprachproduktion werden im Kontext des Spracherwerbs auch als negativer Transfer aus einer Sprache – oder auch aus dem gesamten sprachlichen Repertoire eines Lernenden – in die Zielsprache bezeichnet. Sie werden von den Kommunikationspartnern, oder im Falle der vorliegenden Untersuchung, von den Bewertern der schriftlich verfassten Wettbewerbsaufsätze als Fehler erkannt und dementsprechend bewertet, den Fehlerursprüngen wird aber nicht weiter nachgegangen. Obwohl die Textproduktionsbedingungen aufgrund des Wettbewerbscharakters für alle Probandengruppen identisch waren (Zeitbegrenzung), postuliert man, dass die Spracherwerbs- und Sprachlernsituation bei den gymnasialen Textverfassern erfolgversprechender sei als bei den Lernenden der Fachmittelschulen, denen meist eine kürzere Spracherwerbs- bzw. Sprachlernzeit zuteilwird. Der theoretische Teil greift nur kurz einige relevante theoretische Ansätze auf. Darauf aufbauend erfolgt eine gezielte Eingrenzung der Untersuchung auf interlinguale Interferenzen. Der empirische Teil ist eine Fallstudie, in der nicht-randomisiert ausgewählte deutschsprachige Aufsätze von Lernenden an Gymnasien und Fachmittelschulen am Ende der Sekundarstufe II, die zur Teilnahme am Deutschwettbewerb auf nationaler Eben eingeladen wurden, verglichen und analysiert werden. Es wird untersucht, welche interlingualen Interferenzen in welchem Umfang identifiziert werden können und ob der Fehlerursprung (welche Sprache des Sprachenrepertoires des Textproduzenten die Interferenz verursacht haben könnte) bestimmt werden kann.



