Im eigentlichen Sinne der Wortes gibt es keine kroatische expressionistische Lyrik, ebenso wenig wie man von expressionistischen Dichtem dieser Lyrik sprechen kann und Gedichte, die vollkommen expressionistisch sind, findet man ganz selten. Immerhin ist der Phänomen - Komplex des Expressionismus in dieser Lyrik sehr hervorstechend und er kommt in einer weiten Zeitspanne zum Ausdruck: von der lyrischen, expressionistischen Ahnung in dem Gedicht von A. Kovačić mit dem Titel »Metamorphose« (Umwandlung) aus dem Jahre 1878. - bis zu dem lyrischen expressionistischen wertvollen Resultaten der Gedichtsammlung »Preobraženja« (Metamorphosen) von A. B. šimić aus dem Jahren 1918—1920. In diesem Rahmen ist eine Reihe von Dichtern hervorgetreten, die eine expressionistische Dichterpoetik - und-poesie ahnten und anregten: (A. Kovačić, S. S. Kranjčević, A. G. Matoš), und die, welche eine solche Poetik und Poesie Schufen: (J. P. Kamov, A. Cesaree, A. B. Šimić). Etwas von der Tradition mit herübemehmend, waren die erwähnten Dichter Bahnbrecher, Anreger der neuen Wege. Die uralten Frau-Heimat- -Gott-Motive erleben und besingen sie auf eine neue Art. Dieses Motiv besteht in ihrer Lyrik und sogar wie bei J. P. Kamov auch der Dirnenkult. Die Heimat wird als etwas Beengendes erlebt (bei Kovačić) wie ein Streit im Parlament (bei Krleža), wie ein Friedhof der Seele (bei J. P. Kamov); in Verbindung mit Gott ist der Zweifel aktuell (S. S. Kranjčević) oder Schimpfwörter (J. P. Kamov) und M. Krleža erlebt Gott als General, d. h. als Antichrist.