Njegos’ letzte lebensjahre und der widerhall seines todes

Authors

  • Jevto Milović

Abstract

Petar II Petrović Njegoš’ (1813—1851) befand sich bis zum Jahre 1845 bei guter Gesundheit. Im Jahre 1846 scheint er sich brustkrank zu fiihlen; denn wahrend eines Aufenthaltes in Wien 1846/47 lasst er sich arztlich daraufhin untersuchen. Aber erst im Jahre 1849 wird durch einen Arzt aus Kotor, den Njegoš zwecks Untersuchung zu sich nach Cetinje bittet, festgestellt, dass er schwer an der Lunge erkrankt sei. Die Krankheit nimmt einen immer ar- geren Verlauf, und da in Cetinje kein Arzt ansassig ist, geht Njegoš am 4. April 1850 nach Kotor, urn dort seinen Gesundheitszustand iiberpriifen zu lassen. Aus der Untersuchung geht hervor, dass er an einer Driisen-und Brustkrankheit leide. Von Kotor aus begibt er sich am 25. April zur Erholung nach Prčanj. Von dort geht er nach Kotor zuruck, um am 8. Juni mit dem Dampfschiff nach Italien zur Kur zu fahren. Am 5. Juli 1850 kehrt Njegoš von dort nach Cetinje heim. Sein Gesundheitszustand verschlechtert sich aber weiterhin. Er unternimmt deswegen erneut am 17. November eine Reise, die ihn auf dem Seewege von Kotor nach Triest, dann weiter nach Wien, zu dem bekannten Arzt Dr. Josef Skoda fiihrt. Nach dem Rat dieses Arztes, den Winter in Italien zu verbringen, entschliesst sich Njegoš, iiber Triest nach Neapel zu fahren. Hier scheint er sich wohler zu fiihlen. Er beendet in der ersten Maihalfte 1851 seinen Neapelaufenthalt und sucht anschliessend Dr. Skoda in Wien auf. Seine Gesundheit ist aber schon so zerriittet, dass ihm keine Hoffnung auf Heilung oder Besserung gemacht werden kann. Seinem inneren Verlangen folgend, den Tod in der Heimat zu erwarten, kehrt Njegoš nach Cetinje zuruck, wo er am 31. Oktober 1851, vormittags 10 Uhr stirbt. Montenegro wurde durch die Nachricht vom Tode Njegoš’ stark erschiittert. Seinem Begrabnis wohnten iiber 100 montenegrinische Priester und ungefahr 4000 Menschen aus dem Volke bei. Die Angehorigen der Sippe, der Njegoš entstammte, liessen sich aus Trauer die Haare scheren, kleideten sich tief- schwarz und zerkratzten sich aus Gram mit den Fingernageln die Gesichter. Es wird berichtet, dass das Grab lange Zeit standig besucht wurde und einen vollen Monat in Tranen geschwommen habe. Auch Serbien, Kroatien und andere jugoslavische Lander bekundeten ihre Trauer. Die Zeitungen hoben hervor, dass die Montenegriner und das gesamte Slaventum viel durch den Tod von Njegoš verloren hatten, und dass sein Wirken sowohl als Herrscher von Montenegro, als auch als Dichter und Philosoph der Geschichte ange- horen werde.

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Published

2021-11-29

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