Das in Medviđa (die antike Hadra wahrscheinlichst) zufällig entdeckte Haupt einer kleineren Statue gehört zu der Statue. Den Bearbeitungskennzeichen und der Qualität nach zu beurteilen, ist dieses Denkmal das Werk lokaler Kunst rustischen Charakters. Einigen monographischen Merkmalen, jedoch, nach gehört es in die Reihenfolge seltsamer Denkmäler dieser phrygischen Gottheit. Das ist vor allem die aussergewöhnliche Form der persischen Tiara (Pointed Tiara) und auch der halbkreisförmige Gürtel mit 40 Löchlein zwischen der Stirn und der Tiara, der in den Festtagen des Atis-und Cybellenkultus zum Einstecken von Blumen und Tannen zweigehen diente. Diese sehr bezeichnende monographische Einzelnheit bringt das Monument aus Medviđa der bekannten Statue des liegenden Atis aus Ostia (Fussnote 10) nahe, wenn auch nur bezüglich seiner ideelen und monographischen Konzeption, nicht, aber, seinem Ausarbeitungsgepräge nach. Auf Grund der Ausarbeitungskennzeichen (Verarbeitung der Pupillen und Lippenwinkel mittels Bohrer), wie auch in Bezug auf die Tatsache, dass es sich um ein Werk rustischer Kunst handelt, datiert man die Ausarbeitung des Attis-Hauptes in die zweite Hälfte des II. Jahrhunderts. Die obere Datierung wird auch durch die Angaben der Entstehungszeit der ersten Heiligtümer der Magna mater in den Küstenstädten des altertümlichen Liburniens (Ende des ersten und anfangs des zweiten Jahrhunderts) und denen im l'iburnischen Binnenland (frühestens mitte zweiten Jahrhunderts — vgl. Fussnote 21) bekräftigt. Die Statue war ein Teil des Inventars des Cybellentempels, dessen Grundlagen, allem Anschein nach, am Fundort selbst zu suchen sind. Den Kultus der Magna Mater versetzten in diese Gegenden, wie auch in andere liburnische Ansiedlungen, Orientaler des Libertinen = Sklavenstandes. Dieser Fund ist zugleich der erste Beweis für das Wirken dieser ethnischen und sozialen Schichte in Hadra.