Der Verfasser dieses Aufsatzes untersucht die Probleme in der lyrischen Dichtung von Iwan Goll und stellt fest, dass die bezeichnendsten Merkmale da- rin Menschlichkeit, Liebe, Einsamkeit und Angst iseien. Unter den vielen Dichtern des Expressionismus und Postexpressionismus, in deren Werken ähnliche Probleme behandelt sind, zeichnet er sich in seiner Liebesdichtung besonders durch seine bildhafte, eigenartige Metaphorik und durch seine Unmittelbarkeit und Einfachheit der Ausdrudksweise aus. Goll zählt deshalb zu den begabtesten und bedeutendsten Dichtern der Zeit von 1914—1950. Ein wesentliches Element seiner poetischen Struktur ist das Bild. Besondere Bedeutung misst Goll auch dem Wort an sich bei, weil es als poetische Erscheinung oftmals nur im dichterischen Zusammenhang sinnvoll ist. Iwan Goll ist seit 1914 zuerst durch seine literarische Tätigkeit als expres- sionistischer Dichter, dann als Mitbegründer des »Zenitismus« in Zusammen- arbeit mit Lj. Micić, ferner als Theoretiker und Dichter des Surrealismus bekannt. Durch seine dichterische Sprache stellt Goll den Anschluss an den euro- päischen Surrealismus her und ist tonangebend für die neue deutsche.