Die frau-mann-beziehung in Alfred Döblins frühwerk

Authors

DOI:

https://doi.org/10.15291/radovifilo.1697

Abstract

Die Frau - Mann - Beziehung, die in Döblins F rühw erk eine besondere Stellung einnimmt, ist tin der Forschung bisher nur sehr einseitig beleuchtet und vor allem durch die Begriffe GESCHLECHTERHASS und -KAMPF bestimmt worden in Verbindung mit Vaterhaß und einem Muitterkomplex. Dazu werden in der Regel die autobiografischen Äußerungen des Autors zu seiner Kindheit und Jugend zu einseitig und kritiklos benutzt. Döblins Darstellung der Beziehung zwischen den Geschlechtern ist niemals »normal «, sondern immer konfliktbeladen. Die Art dieser Konflikte aufzuzeigen und sie in einen subjektiven und historischen Zusammenhang einzuordnen ist das Anliegen der Untersuchung. Dabei werden drei Grundmuster der Geschlechterbezliehung auf gezeigt: 1. Die Unfähigkeit miteinander zu kommunizieren, obwohl man sich magisch zueinander hingezogen fühlt, die sich in Isoliertheit äußert und nur durch den gemeinsamen Tod oder Flucht in ein anderes Element überwunden werden kann. 2. Zersplitterung und Identitätsverlust durch den Trieb zum anderen Geschlecht, das als Störenfried und Eindringling empfunden wird, da dessen fremde Lebendigkeit das eigene Ich bedrängt. 3. Verabsolutierung des Sexuellen als Schutz vor Betroffensein durch Liebe mit der Forderung nach freier Liebe und Prostitution. In allen drei Verhalitensmustern manifestiert sich die Entfremdung des Ichs zu seiner Umwelt und zu sich selbst, womit die Verbindung von Döblins Darstellungsweise der Frau - Mann - Beziehung zu einem wichtigen Problemkreis der Literatur um 1900 hergestiellt werden kann.

References

Downloads

Published

2018-04-19

Issue

Section

Original scientific paper