Die Elemente der Politik des »Neuen Kurses« in Kroatien finden ihren Ursprung in der Tâtigkeit der fortschrittlichen akademischen Jügend, die gegen Ende der neunziger Jahre des XIX. Jh. an der Prager Universitât studiert, die Vontràge von Professor T. G. Masaryk besucht und sich unter seinem Einfluss zu realistischer, gesellschaftlich-politischer Konzeption formiert hat üm die Selbstândigkeit Kroatiens au erlangen, verlangt die forts chrittliche Jugend von der Obrigkeit, die damalige Politik der staatlichen und historischen Rechte Kroatiens aufzugeben, denn sie betrachtet diese als eine tote Doktrin, Diese Jugendbewegung propagiert eine planmassige und systematische Arbeit auf dem ôconomischen und kulturellen Gebiet zwecks Stàrkung des Volkes und eine alltâgliche »kle'ne Arbeit« im Volke selbst und für das Volk, eine Verbindung und Vereinigung mit den übrigen slawischen Volkern Osterreich-Ungarns und einen gemeinsamen Kampf gegen die nationale Unterdrückung und die wirt- schaftliche AusnützUng. In Dalmatien tritt die Politik des »Neuen Kurses« in ihren spezifischen besonderen Eigenheiten auf, denn sie muss auf die hier herrschenden Umstande der okonomischen, politischen und kulturellen Entwicklung Rücksicht nehmen. Diese Politik trachtert nach einem Zustandekommen der Einigkeit der Zusammeraarbeiit unter den Kroaten, Serben und Italienern, nach Ausnut- zung gimstiger Konstellationen unter den Grossmachtera, nach Sicherstellung moralischer Unterstützung seitens der europâischen offentlichen Meinung und ietziten Endes nach Verbindung mit jenen Volkern, denen dieselbe Gefahr droht: der germanische Drang nach Osten. Wâhrend die Politik des »Neuen Kurses« in Dalmatien die Uberhand gewinnt, kommen allmahlich zwei jugoslawische Konzeptionen, die sich wesentlich von einander unterscheiden, zum Ausdruck: einerseits die trialistische Konzeption der Vereinigung der jugoslawischen Lander innerhalb der Habsburgischen Monarchie, und andererseits ihre Vereinigung ausserhalb Osterreichs.