Noch ein text der Hieronymus-legende in lateinischer schrift

Authors

  • Anica Nazor

DOI:

https://doi.org/10.15291/radovihahu.1925

Abstract

Die Autorin veröffentlicht in origineller Schriftart den dritten bisher unbekannten Text des Liedes »Anjelske kriposti«, d. h. die doppelreimige zwölfsilbige Legende des hl. Hieronymus. Sie fand den Text am Ende der Handschrift, die von der National- und Universitätsbibliothek in Zagreb 1966 aus der berühmten Sammlung des Sir Thomas Philipps, als ein Werk Marulić’, erworben wurde. Die Handschrift umfasst nur 31 Blätter (22,2 x 15,4 cm) ohne Seitenzahlen, auf Papier geschrieben und mit einem neuen Einband versehen. Sie wurde von einer einzigen Hand geschrieben, die Handschrift (Blatt 28) ist mit dem Jahr 1532 datiert. Die Autorin prüft nicht die ganze Handschrift, sondern nur die erwähnte Legende des hl. Hieronymus. Sie macht auf die Wichtigkeit einer vollständigen und eingehenden Analyse aufmerksam, vor allem, weil der Inhalt Marko Marulić zugeschrieben wird. Es handelt sich um eine Sammlung von Texten religiösen Inhalts, in der Prosa und Verse abwechselnd Vorkommen. Nach der Zusammensetzung des Inhalts ähnelt die Handschrift dem Codex Florentinus aus dem 15. Jh, der von Verdiani gefunden und veröffenlicht wurde. Es ist nicht bekannt, welche Elemente auf die Autorschaft Marko Marulić’ hinweisen sollten. Die Autorin setzt voraus, dass gerade die Hieronymus-Legende, die in neuerer Zeit Marulić zugeschrieben wird, ein solcher Hinweis wäre, Die Autorschaft Marulić’ wurde zwar (sehr vorsichtig) von A. Mladenović (Prilozi za književnost, jezik, istoriju i folklor, knj. XXXIII, sv. 3—4, 1967, 166—180) bezweifelt Mladenović beruft sich dabei auf gewisse phonetische und morphologische Züge in der Sprache des Legendentextes, der in glagolitischer Schrift, 1508 in Senj gedruckt wurde. Sollten jedoch die Texte in latein'scher Schrift von 1532 in der National- und Universitätsbibliothek in Zagreb tatsächlich Marulić gehören, so wäre auch die Frage der Autorschaft der Verse der Hieronymus-Legende gelöst. Die Autorin ist jedoch der Meinung, dass man die Marulić’ Autorschaft der Texte in dieser Handschrift nur mr,t grösster Vorsicht annehmen sollte. Dartum analysiert sie nur die Legende, um festzustellen was für Unterschiede im Bereich der Sprache zwischen Marulić’ Judita und der gedruckten Legende im glagolitischen Buch des Transit sv. Jeronima (auf die Mladenović hinwies) bestehen. Die Analyse zeigt, dass der neue Text in lateinischer Schrift die phonetischen und morphologischen Unterschiede zwischen der Sprache Marulić’ und derjenigen der Legende im hohen Masse reduziert. Die Autorin meint, dass die Unterschiede (vor allem die phonetischen) im gedruckten glagolitischen Text, entstanden sind, weil der Legendentext an die Sprache der glagolitischen Bücher, die 1494—1508 in Senj gedruckt wurden, angepasst wurde.

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