
Literaturdidaktische Reflexionen zum Umgang mit visueller Narration am Beispiel von Nora Krugs Graphic Novel Heimat – Ein deutsches Familienalbum
Synopsis
Die visuelle Konkretisierung von komplexen Themen, die dynamische Darstellung von Text und Bild und das Spiel mit diversen Techniken im Rahmen der grafischen Literatur können einem jugendlichen Lesepublikum den Zugang zur Literatur erleichtern. Dies begründet ihren didaktischen Mehrwert, der sich durch die Förderung von aktiven und produktionsorientierten Lernprozessen erklärt. Der vorliegende Beitrag positioniert Nora Krugs Graphic Novel Heimat – Ein deutsches Familienalbum an der Schnittstelle zwischen Literaturwissenschaft und Literaturdidaktik. Er diskutiert, wie visuelle Narration Zugänge zu literarischen und kulturellen Themen im Unterricht eröffnet, und versteht sich dahingehend als Plädoyer für eine stärkere didaktische Verankerung von grafischer Literatur in Lernkontexten. Ausgehend von der Frage, wie die multimodale Struktur der Graphic Novel Heimat dazu beitragen kann, Themen wie Identität, Heimat und Verantwortung im Unterricht zu erschließen, werden Anknüpfungspunkte für kreative und produktive Lernprozesse vorgestellt und das Potenzial von Graphic Novels im handlungs- und produktionsorientierten Unterricht argumentiert. Zuletzt werden didaktisch-methodische Vorschläge präsentiert, die nicht nur den veränderten Lese- und Rezeptionsgewohnheiten gerecht werden, sondern zentrale Kompetenzen der Gegenwart stärken. Dazu zählen u. a. die kritische Medienreflexion, das Verständnis für Erinnerungskultur, die Empathiefähigkeit, Kommunikationskompetenz sowie die kreativ-ästhetische Gestaltungskompetenz. Die Analyse folgt in literaturdidaktischer Hinsicht den theoretischen Ansätzen von Eder (2016), Reid (2010), Bucher und Manning (2004), Eisner (2006), Hallet (2012), Rippl (2014), Kuzminykh (2014) und Lovrić (2019).



