Jerusalem, nun weine – zu Walthers Kreuzlied L 76,22
DOI:
https://doi.org/10.15291/gem.5145Abstract
Eine rhetorische Analyse von L 76,22 zeigt, dass die im Oeuvre Walthers einmalige Apostrophe des personifizierten Jerusalem das entscheidende Alleinstellungsmerkmal des Textes ist. Die Stadt wird zum Weinen angesichts ihrer trostlosen Lage aufgefordert – Personifikation, Apostrophe und Allegorese machen sie zur Scharnierstelle zwischen Ich und Publikum und damit zu einem Katalysator der Kreuzzugsaufforderung, deren Ziel und Zweck in besonders kunstvoller, auf rhetorische Präsenzeffekte setzender Weise vor Augen geführt wird.
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Veröffentlicht
2026-06-25
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