Triest als Fluchtort und Gegenpol zur Welt der Heimat im Roman “Dauerhaftes Morgenrot” von Joseph Zoderer

Autor/innen

  • Johann Holzner

DOI:

https://doi.org/10.15291/gem.2867

Abstract

Kein Werk hat den Südtiroler Autor Joseph Zoderer so lange beschäftigt
wie der Roman „Dauerhaftes Morgenrot“, an dem er (mit Unterbrechungen)
seit 1976 gearbeitet hat; das Buch erschien erstmals 1987.
Als Schauplatz hat sich der Autor von Anfang an (das zeigen die Vorstufen
des Romans) eine Mittelmeerinsel vorgenommen. Der Protagonist:
ein Mann in den besten Jahren, aber in jeder Hinsicht gestrandet.
Diese Konstellation erinnert fatal an andere Romane der Zeit nach
1968, z. B. an den Biographischen Bericht „Der dreißigjährige Friede“
von Peter O. Chotjewitz (1977), in dem ein ebenfalls Gestrandeter auf
Sardinien eine heile Gegenwelt findet zu dem ihm vertrauten Normensystem
in Deutschland.
In der endgültigen Fassung von Zoderers Roman ist diese einfach-gestrickte,
konventionelle Dichotomie dann aber aufgehoben. Schauplatz und Zeit
der Handlung bleiben lange im Dunkeln. Erst allmählich kristallisiert sich
heraus, dass der Protagonist seine Heimat verlassen hat und sich in Triest
aufhält. Doch sein Zuhause, das wird am Beginn wie am Ende sichtbar,
ist eine weiter im Norden gelegene Region, eine Landschaft, in der nicht
Zypressen, sondern eher Eschen und Lärchen und Apfelbäume das Bild
beherrschen und Schneeflecken bis in den Mai hinein noch zu sehen sind.
– In der Sprache des Romans ist der Akzent der Heimat noch präsent.

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Veröffentlicht

2025-04-23

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