Lyrik vom ‚Dritten Ort‘. Zu, Rainer Maria Rilkes Florenz-Gedichten (1898)
DOI:
https://doi.org/10.15291/gem.3060Schlagwörter:
Nicht-Ort, anthropologischer Ort, Dritter Ort, Landschaft, Mädchen, Madonna, SchwellenAbstract
Rainer Maria Rilkes Lyrik aus dem Jahr 1898 ist überschaubar und vergleichsweise wenig geachtet. Im Mittelpunkt des Interesses steht in der Forschung das ‚Florenzer Tagebuch‘, das erst posthum 1942 veröffentlicht worden ist. Als Journal einer Bildungsreise im Frühjahr 1898 nach Florenz und Viareggio hält es Kunstwerke der Renaissance-Stadt, Besuche der großen Sammlungen und berühmten Kirchen fest, enthält aber keine eigene Lyrik. Gedichte entstehen dennoch mit von diesen Veduten ganz abweichenden Motiven und ohne klassische Formen. Sie haben weder die großen Vorbilder der Kunst noch die Welt des alltäglichen Touristen zum Gegenstand, sondern bewegen sich topografisch an einem ‚Dritten Ort‘, der als Peripherie und umgebende Landschaft erkennbar ist, aber auch im Personal der kleinen Leute, der unbedeutenden jungen Mädchen, der abgelegenen Rituale einer volkstümlichen Religion. Aus diesen ‚neuen‘ Kontexten schafft Rilke eine Lyrik und Poetik, die sich von epigonalen Stilen der Italien-Dichtung in Mittel- und Nordeuropa absetzt.Downloads
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2025-04-23
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